Zoe
Erstellte Foren-Antworten
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@realo : Man kann die großen Fragen herunterbrechen auf das eigene alltägliche
Erleben. Dann braucht man nicht fragen, woher kommt die Menschheit und
wo geht sie hin, woher komme ich gerade und wohin möchte ich in diesem
Moment. Das kann ich beantworten, denn es liegt in meiner Macht dies zu
entscheiden. Im Moment sitze ich gerade am Rechner, aber in wenigen
Minuten gehe ich zu einer jungen Verkäuferin, mit der sich sehr gut über
spirituelle Dinge reden lässt. Vielleicht reden wir heute über den Tod
und ich frage sie, ob sie an ein Leben nach dem Tod glaubt.Na eben, und wenn wir am Rechner sitzen und die Frage des Threads bedenken, dann tun wir genau, wovon Du meinst, s o wäre es das Beste. Das eigene tägliche Erleben.
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@forscher : Nun kommt das , was kommen musste ;- >>> wir sind wieder bei
der Erschaffung ( Urknall u.s.w.) wer hat diesen winzigen Punkt (
Singularität ) in den mutmaßlich ehemaligen leeren (“das schwarze
nichts” ) Raum verbracht ????Ich schrieb es ja schon, wir können nicht zeit-los denken. Es scheint unmöglich zu sein, weil wir immer den „Anfang“ haben wollen.
„Ewig“ und „Nichts“ ist außerhalb unseres Denk- und Vorstellungsvermögens (vielleicht nur, wenn wir uns aus der Platonischen Höhle rausführen lassen).
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Man braucht Fragen, die sowieso kein Mensch beantworten kann (ChatGPT auch nicht) gar nicht stellen. Wer klug ist oder sich für klug hält, stellt solche Fragen erst gar nicht … obwohl man sie zuerst stellen muß um zu wissen, daß sie nicht beantwortet werden können. Egal, „und wieder die großen Fragen des Lebens nicht beantwortet“ (ich erinnere nicht, bei welcher Autorin ich es gelesen habe). Man lebt die Tage irgendwie und im Hintergrund schweben diese großen Fragen um einen herum.
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Ich habe Deine Worte nur in Schriftform @realo, kann also Deine Stimme und den Ton nicht hören, aber Vieles von dem, was und wie Du es schreibst, klingt für mich resigniert und unfroh – obwohl die Worte selbst eher Gelassenheit und Gleichmut ausdrücken.
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Danke für Deine Antwort @Webra . Obwohl ich so kurz angebunden war, hast Du genau verstanden, was ich meinte. Das freut mich. Und vor dem Hintergrund Deiner Intention verstehe ich Dein ganzes Gedicht nun auch anders.
Zu uns als den „Toten, die auf Urlaub sind“ fällt mir ein, daß D. Bonhoeffer irgendwo geschrieben hat „wir werden nachhause kommen“ … hm, das paßt vielleicht nicht hundertprozentig, weil er von einem jenseitigen Leben ausgegangen ist. Achdoch, wie wir uns das Reich der Toten ausmalen, ist vielleicht von nachrangiger Bedeutung. In diesem Fall.
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Mir waren alle Tode, die nicht durch Krankheit und/oder Alter verursacht werden, aus dem Blick geraten.
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Eine Freundin von mir hatte nach einer kleinen OP (Venenverödung am Herzen, ich weiß den Fachbegriff dafür nicht) einen Herzstillstand. Nachdem sie reanimiert worden war und ihr Herz wieder normal schlug, erzählte man ihr davon. Sie erinnert den Herzstillstand als ein so rasches ohnmächtig werden, daß sie sich dessen fast nicht mehr gewahr werden konnte. Mich hat ihre Erfahrung beruhigt. Am Ende stirbt man immer nur so, daß das Herz aufhört zu arbeiten. Und dann scheint es diesen letzten Moment, den Atemzug, indem man noch ein Bild hat, gar nicht zu geben.
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Des Lebens Wurzel ist der Tod, denn er begründet Leben.
Ich wäre erst einverstanden, wenn man daraus einen Kreis macht, @Webra . Das Leben begründet den Tod. Dann, so denke ich, würde es begrifflich und sachlich richtig sein. Bist Du einverstanden?
Eben kam mir die Idee, mir ein ewiges Leben zu denken. Ich wüßte, ich lebe ewig. Das übersteigt mein Fassungsvermögen, denn dann müßte ich die zeitliche Dimension aus meinem Denken entfernen. Das kommt mir unmöglich vor. Dann wären wir nicht die, die wir sind.
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Gut, dann zitiere ich auch was: Aus „Sein und Zeit“ von M. Heidegger (unten in der FN 1 kommt man zur Quelle).
Das Sein zum Tode und die Ganzheit des Daseins
Offensichtlich ist es problematisch, die Ganzheit des Daseins als Sorge zu fassen, da Sorge gerade durch das Sich-vorweg-Sein charakterisiert wird. Somit steht das Dasein wesentlich in einer Unabgeschlossenheit: es steht immer etwas aus. Erst mit dem Tod steht nichts mehr aus. Die Behebung des Ausstehenden mit dem Tode ist jedoch keine Vervollständigung des Daseins, sondern das Ende des Daseins. Im Tod fallen also zwei Dinge zusammen: einerseits ist alles verwirklicht, das Dasein ist „ganz“, andererseits steht nichts mehr aus, das Dasein ist gänzlich zu Ende.[1]
Ich glaube nicht, daß man diese Schwierigkeit durch ein lockeres im „Hier und Jetzt leben“ umschiffen kann.
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@forscher : „der Tod ? man erlebt ihn ja nicht, denn , wenn er kommt ist man weg ”
Ich habe diesen Satz zum ersten Mal in Platons „Apologie des Sokrates“ gelesen … meine ich. Alles Kluge, was man denkt, hat irgendjemand zuvor auch schon gedacht. Aber das macht nichts, denn wenn man selber daraufkommt es zu denken, dann ist es kein vermitteltes, sondern ein unvermitteltes Wissen – denke ich.
Wieviele Male kann man eine Weisheit in einem Buch lesen und man bleibt desinteressiert?! Und dann auf einmal, beim Xten Mal springt man drauf an und es geht unter die Haut oder ins Herz oder die Nieren oder wer weiß wohin.