Zoe
Erstellte Foren-Antworten
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Eine Woche vor seinem Tod hat mein Mann eine Menge Granatäpfel und eine Menge Einmachgläser gekauft. Er hat die Granatäpfel entkernt und die Kerne oder das Fruchtfleisch -ich weiß es nicht mehr- in die Einmachgläser gefüllt, damit sie dort ziehen. Was es am Ende werden sollte, ich habe es vergessen. Es sollte ein Geschenk für meine Mutter sein.
An seinem Todestag war der einzige und letzte Satz meines Mannes „und grüße M. von mir“. Die Beiden haben sich gemocht. Er hat das Wasser, das ihm die Sterbebegleiterin mit einem Löffel über die trockenen Lippen strich, nicht mehr abgeleckt.
Das Sterben und der Tod meines Mannes sind das Größte und Bewegendste, was ich in meinem Leben erfahren habe.
Dies zu Luthers Apfelbaum.
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@stadtwolf : Erfüllt wird der letzte Wunsch von todkranken Hospizgästen.
Aus dem Einleitungsbeitrag. Ob man diese Phase des Lebens unter die Überschrift ein „gutes Sterben“ ermöglichen oder unter die Überschrift „Lebensbegleitung bis zum Schluß“ stellt, macht in der Sache keinen Unterschied. Du @Wattfrau , weißt natürlich, was ich unter dem „guten Sterben“ verstehe oder was man allgemein darunter verstehen kann. Ein Anderer, in diesem Fall, ich, hat nichts begriffen.
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Hospize und auch palliative Pflegedienste ermöglichen ein gutes Sterben. Es geht um ein gutes Sterben, das Ziel ist nicht, zum Überleben zu verhelfen. Wenn das Projekt des ASB dazu beiträgt, daß Menschen gut sterben können, dann ist das sehr schön.
Ich weiß schon, wovon die Rede ist (@Wattfrau und @stadtwolf ).
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@Yossarian : Ich wundere mich, was an einem letzten Wunsch so schwer zu verstehen ist.
Und ich wundere mich, daß meine Überlegungen dazu nicht verstanden werden.
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… was ist -für Dich- anscheinend so mühelos nachvollziehbar?
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Ich kann mich auch nicht in die Situation hineinversetzen. Entweder ich lehne meinen Tod ab, dann wäre der Wunsch vergleichbar der sogenannten Henkersmahlzeit. Eine Absurdität. Oder aber ich bin am Ende einverstanden mit meinem Tod, und dann scheint mir dies unvereinbar mit einem Wunsch. Vermutlich ist es aber so, daß ich weiß und doch nicht glaube (also sehr ähnlich wie wir unser ganzes Leben leben. Wir wissen und glauben es nicht).
Oder aber es ist alles ganz anders, denn die Einrichtung funktioniert ja.
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Nachdem ich den Brief nun vollständig gelesen habe und nachdem auch die Autorschaft höchst zweifelhaft ist, finde ich den Text floskelhaft zusammengebaut aus allgemeinen Wahrheitssprüchen. Wenn ich zum Beispiel D. Bonhoeffer, während er im Gefängnis und das Todesurteil schon gesprochen ist, schreibt „Gott ist die Liebe“ o.ä., dann ist das eine existentielle Erfahrung in der Situation des unmittelbar bevorstehenden Todes. Könnte ich mir Einstein vorstellen, am Schreibtisch sitzend und an seine Tochter schreibend, den Brief also situieren, dann könnte er mich berühren.
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[…] eine Bombe der Liebe zu bauen, ein Gerät, das stark genug ist, um den
Hass, den Egoismus und die Gier, die den Planeten verwüsten, vollständig
zu zerstören.Vielleicht zeigt sich in diesem Satz von Einstein die Widersprüchlichkeit der menschlichen Natur: Mal abgesehen von der Metaphorik lautet die Aussage des Wunsches, mit der Liebe den Haß zerstören zu können.