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so viel überlegungen, so viel einsatz @driftwood! gefällt mir ausgesprochen gut, das ergebnis!
aber ehrlich: so viel mühe mache ich mir i.d.r. nicht mit fotos: ich gehe mit ihnen um wie mit meinen kübelpflanzen „entweder ihr schafft es ohne große mühe meinerseits oder eben nicht!“


bild 1: schneebepuderte rhododendren am teich
2. wie man sieht: feder auf wasser 😉
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Spiegelungen: Spiegelungen können faszinierend sein, verblüffend und beinahe unnatürlich.
Eine perfekte Spiegelung läuft aber auch Gefahr, langweilig oder ermüdend zu wirken. Warum? Weil es vielleicht keine sichtliche Bewegung gibt, die das Auge anspricht und den Sehnerv reizt.
Es bedarf also eines „eye catchers“, oder einer Besonderheit in der Spiegelung.
Viele Fotografen achten auf Details, die dem Bild eine besondere Note geben und die Spiegelung dadurch lebendig werden lassen. Es kommt, wie fast immer – auf die Dosierung an.
Zu meinem Bild: es entstand am Balmer See auf Rügen. Am frühen Abend lag die Landschaft unter einer schweren Wolkendecke. Sonnenuntergang, wie gedacht war Fehlanzeige. Kein Lufthauch, der See lag wie in Blei gegossen. Perfekt für ein tadelloses Spiegelbild der alten Holzpfähle am Uferrand, so dachte ich. Nach ein paar Aufnahmen wurde mir klar, das den Bildern die Kraft fehlte, sie waren zu perfekt mit ihrer Spiegelung. Die scharfe Abgrenzung der Pfähle gegenüber dem leblosen Wasser machte es langweilig.
Ich nahm einen kleinen Stein und zielte in Richtung des mittleren Pfahls. Die entstehenden konzentrischen Kreise, so dachte ich, würden alle drei Pfähle anders spiegeln. Nun, ich traf nicht ganz die Mitte, sondern etwas weiter links. Somit war es nicht ganz das, was ich vor hatte. Doch der Effekt trat dennoch ein: Alle drei Pfähle zeigten nun ein jeweils anderes Spiegelbild. Da war nun Bewegung auf dem bleifarbenen See. Dann drückte ich ab. Es war nur dieser eine Versuch, denn bis die Wellen sich legen würden, hätte ich hier ewig sitzen können.
So entstand ein nicht perfektes Spiegelbild, doch es birgt Reflektion und Bewegung, bringt harmonische Unruhe in eine eher sterile Szene.
Was denkt ihr darüber? LG driftwood
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@Syringia Danke für deine Zeilen, syringia. Ja, die tiefer stehende Sonne wirkt weicher und macht Konturen plastischer. Ich mag solche Stimmung.
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@cecily Ich danke dir für deine Worte, cecily. Das habe ich auch empfunden, als ich diese Motive fand. Wenn ich unterwegs bin und mich ein Motiv interessiert oder meine Aufmerksamkeit weckt, dann frage ich mich meist, warum. Noch bevor ich ein Foto mache, beschäftige ich mich mit dem, was ich eigentlich festhalten will. Die Kamera „sieht“ ja immer nur einen Ausschnitt dessen, was wir sehen. Also heißt es fokussieren und abstrahieren. Der Blick durch den Sucher zeigt dann hoffentlich das, was ich empfinde und ablichten will. Dann kommen die Einstellungen an der Kamera – keine Automatik, Fernauslöser und „Klick“; 3 Fotos für ein HDR Bild. Ich weiß, vielleicht zerstöre ich gerade die Harmonie dieser Bilder, doch Fotografie kann auch Arbeit bedeuten. Und Spaß natürlich. VG Driftwood
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schöne, weil harmonie ausstrahlende fotos mit passendem text dazu. danke fürs zeigen!

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Sicherlich bietet die jetzige Jahreszeit eher andere Motive als Spiegelungen. Doch gerade in der „blattlosen“ Zeit und den wenigen Ausflüglern, zeigen sich so manche Stellen an Flussläufen von erhabener und stiller Schönheit. Die Natur scheint erleichtert auszuatmen und sich für den Winter zu wappnen. Dazwischen fließen leise Wasser, ohne Boote, nur wenige Vögel und kaum Menschen. Ich mag solche Momente, wie hier im Spreewald.
Auf dem zweiten Bild erkennt man noch ein Schild, welches den Hochwasserstand vom Juli 1958 dokumentierte. Sicherlich ein Zeugnis, welches wohl auch bald dem Verfall unterworden sein dürfte. VG Driftwood
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@Syringia @alle 19.Oktober um 16:11 vielen Dank Syringia. Ja, es ist beinahe unmöglich glatte Spiegelungen von Objekten zu bekommen, die am Meer liegen. Anders, die Flüsse und Seen. Hier zwei Beispiele von der Spree, die durch den Spreewald führt, aufgenommen im vergangenen Winter.
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