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  • Das Jahr 1939

    Von Constantia am 13. Januar 2023 um 13:33

    Es gibt sie noch, Bücher, die mich in ihrer Dramaturgie beeindrucken. Diesmal ist es „1939 Exil der Frauen“ von Unda Hörner. Die Autorin ist mir schon einige Male begegnet auf dem weiten Feld der biografischen Büchern. Bereits den Jahren 1919 (Das Jahr der Frauen) und 1929 (Frauen im Jahr Babylon) hat sie sich gewidmet. Ins Blickfeld geriet mir das Buch zum Jahr 1939 zunächst durch den auffälligen Einband: Covermotiv Tamara de Lempicka, Dame in Grün.

    Unda Hörner geht kalendarisch durch dieses Jahr. Welche Einschnitte hat es in den letzten Jahren gegeben, wird das, was sich längst am Horizont abzeichnet, eintreten. Wann und mit welcher Wucht? Welche Fragen beschäftigen die Frauen? Wie leben sie im inneren Exil oder wie ist ihr Exil an neuen fremden Orten? Wir sind rund um die Welt unterwegs: Schweden, Frankreich, Mexiko, England, Afghanistan … Helene Weigel, Frida Kahlo Simone de Beauvoir Annemarie Schwarzenbach oder Else Lasker-Schüler im Umfeld dieses Jahres.

    Was hat mich so mitgerissen? Der Vergleich zur Gegenwart stellt sich bei mir automatisch ein. Ein Jahr Krieg Russlands gegen die Ukraine. Die Angst zu Beginn 1922, die Lähmung seit dem 24. Februar 2022.

    Seite für Seite, Kapitel für Kapitel – also Monat für Monat – begleite ich die Frauen. Obwohl mir vieles bekannt ist, eröffnet sich ein neues Blickfeld. Namen rücken wieder aus der Erinnerung (z. B. Gertrude Stein) in meinen Vordergrund.

    Nach einigem Nachdenken bleibe ich bei dem einen Buch weil es die für mich interessanten Frauen in den Mittelpunkt stellt. Wem die Jahre 1919 und 1929 näher stehen, die Bücher dürften ähnlich interessant sein.

    ConstantiaBooks

    nordlichtw antwortete vor 3 Jahre, 1 Monat 2 Mitglieder · 3 Antworten
  • 3 Antworten
  • nordlichtw

    Mitglied
    15. Januar 2023 um 13:18

    Danke ,liebe Constantia ,für deine Ergänzungen, sehr interessant

    Ich hörte die Tage einen Bericht zu „Monascella“ und habe sofort an dich denken müssen .

    Mein Schwiegersohn sagt immer ,in „bestimmte“ Häuser muss man hineingeboren werden .In den Nebenarmen der Alster liegen auch so tolle Grundstücke , die bei der Grossen Alsterrundfahrt zu sehen sind .

    Dir auch einen schönen Sonntag bei Aprilwetter

  • Constantia

    Mitglied
    15. Januar 2023 um 9:35

    @nordlichtw , da hast Du ja für mich eine Schublade geöffnet Smiley. 1958 und dann seit 1990 war ich so einige Male in Hamburg. Mal einige Tage, mal nur kurz. Wenn Du nun so ein Buch vorstellst, werde ich natürlich neugierig. Besonders dann, wenn bei der Buchvorstellung des Verlages auf die „Original-Familie“ verwiesen wird. Meine Neugierde wollte befriedigt werden Face With Monocle.

    Ich fand dann beim Googlen auf die Schnelle folgendes

    https://www.gartenhistorie.de/2008/11/10/warburgs-garten-auf-dem-koesterberg/

    In diessem Text wiederum erfahre ich

    Unter den folgenden Besitzern, die alle 10-20 Jahre wechselten, ist der Altonaer Kaufmann Johann Carl Semper zu nennen, ein Bruder des berühmten Architekten Gottfried Semper. Unter Johann Carl Semper wurde das Gelände ab 1856 mit wertvollen Bäumen, Rhododendren und Findlingsgruppen parkartig gestaltet. Von dem auf Familie Semper folgenden Besitzer des Kösterbergs erwarb der Bankier Moritz M. Warburg 1897 dann das Anwesen.

    Somit ist für mich ein Bogen geschlagen, der mich wohl nun über die wettermäßig ungemütlichen Tage bringen wird. Smiley

    Ich erinnere mich an einen (oder waren es mehrere Folgen) beim NDR über Bewohner der Elbchaussee. Ob da von der Familie Warburg auch die Rede wahr?

    Bei dem Besuch 1990 bekam ich dann per Auto eine Stadtrundfahrt bis zur Elbchaussee und der Fahrer meinte „Ich wolle mir sicher in dieser Gegend ein Grundstück aussuchen?“ RoflRoflRofl

    Bei der Beschreibung des von Dir genannten Buches geht die Empfehlung an GartenliebhaberInnen. Ich vermute mal, auch an LiehbaberInnen der alten geheimnisvollen Villen und deren Grundstücke fernab.

    Ob ich mir das Buch noch besorge, mal sehen. Ich habe gerade den Briefwechsel Max Frisch – Ingeborg Bachmann angefangen. Liest sich bei weitem einfacher als erwartet. Und außerdem kam gestern das Buch „Monascella – Monika Mann und ihr Leben auf Capri“ von Kerstin Holzer bei mir an. Das wird Dich sicher nicht wundern Grinning.

    Vielleicht kannst Du berichten, wenn Du bei einem Deiner Hamburg-Besuche den Garten inspeziert hast. Jedenfalls ein ganz dickes „Danke“ für diesen Tipp.

    Allen einen spannenden Sonntag

    Constantia BooksSmileyFace With Monocle


  • nordlichtw

    Mitglied
    14. Januar 2023 um 13:29

    Liebe Constantia , immer wieder schön deine ausführlichen Bericht über deinen Lesestoffe zu lesen .

    Ich lese gerade von Marion Lagoda “ Ein Garten über der Elbe“ ,bei meinem nächsten Hamburg Besuch werde ich dort mal hinfahren ,um mir die Anlage anzuschauen.

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